Mainburgs „Erste“ kämpft – scheitert aber erneut an der Defensive

41:35 - Niederlage in Pfaffenhofen

Die Mainburger „Erste“ reiste am Samstagabend hochmotiviert zum Auswärtsspiel der Bezirksoberliga nach Pfaffenhofen, wo um 20 Uhr Anwurf war. Nach der desaströsen 23:11-Niederlage gegen Altenerding in der Vorwoche hatte Trainer Milan Sedivec sein Team intensiv vorbereitet und auf Wiedergutmachung eingeschworen. Obwohl die Trainingswoche laut Mannschaft gut verlaufen war und die Spieler mit viel Energie in die Partie gingen, blieb die Ausgangslage klar: Als punktloser Tabellenletzter stand Mainburg stark unter Druck, während Pfaffenhofen als Fünfter in der oberen Tabellenhälfte etabliert ist.

 

Schon die Anfangsminuten ließen erkennen, dass es erneut ein schwieriger Abend für die Mainburger Defensive werden würde. Zwar zeigte sich der Angriff verbessert und kam früh zu guten Abschlüssen, doch wie schon so oft in dieser Saison verhinderten Fehlwürfe und technische Fehler einen besseren Start. Pfaffenhofen nutzte diese Unsicherheiten konsequent und setzte sich nach einem schnellen 3:0-Lauf erstmals ab. Kapitän Hannes Möser parierte mehrere freie Würfe und hielt sein Team im Spiel, doch die Abwehr fand nie den notwendigen Zugriff – besonders nicht auf den stark aufspielenden Pfaffenhofener Spielmacher Loris Alber, der das Spiel der Hausherren klug lenkte und mit viel Tempo immer wieder Lücken riss.

 

Trotz der Probleme zeigte die Mainburger Offensive Moral. Mitte der ersten Halbzeit gelang es, sich durch Tore von Milan Sedivec und Maxi Altmann wieder heranzukämpfen und den Rückstand auf zwei Tore zu verkürzen. Phasenweise glänzte die „Erste“ mit schnellen Angriffen und gut herausgespielten Treffern, wodurch beim Stand von 12:10 kurz Hoffnung aufkam. Doch kurz darauf verloren die Mainburger erneut den Zugriff in der Abwehr. Pfaffenhofen nutzte eine Zeitstrafe gegen Mainburg, um sich einen Vorsprung auf 18:14 bis zur Halbzeit zu erarbeiten – eine Phase, die sich bereits hier als eine der entscheidenden herausstellen sollte.

 

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein schnelles, aber auch chaotisches Torfestival. Beide Teams legten ihren Fokus fast ausschließlich auf den Angriff, was das Endergebnis von 41:35 aus Sicht von Pfaffenhofen eindrucksvoll widerspiegelt. Während Mainburg im Angriff weiter überzeugte und kaum nachließ, wurde die eigene Defensive zum größten Problem des Abends. Besonders belastend war die hohe Strafenflut: In der zweiten Halbzeit spielte Mainburg insgesamt 18 Minuten in Unterzahl, hervorgerufen durch ganze neun Zeitstrafen. Diese permanente Unterzahl kostete Kraft, Rhythmus und die Chance auf eine echte Wende. Immer wieder gelang es Pfaffenhofen, genau in diesen Phasen kleine Serien zu starten und sich entscheidend abzusetzen – unter anderem beim Zwischenstand von 32:26, als Mainburg gerade erneut dezimiert agieren musste.

 

Trotz aller Widrigkeiten zeigte die Mannschaft kämpferischen Charakter und gab sich nie auf. Vor allem hervorzuheben auf Mainburger Seite sind der Youngster Moritz Brücklmeier mit 6 Toren als auch Julian Kuhns mit 5 Toren, welche im Angriff immer wieder Akzente setzten. Auch als die Gastgeber mehrfach auf sechs oder sieben Tore wegzogen, blieb der Mainburger Angriff konzentriert und mutig. Die „Erste“ suchte weiterhin schnelle Abschlüsse und kam so immer wieder auf fünf Treffer heran, konnte die Lücken der eigenen Abwehr aber zu keinem Zeitpunkt schließen. Die rote Karte von Christoph Würfl in der 55. Minute tat ihr Übriges, um die ohnehin wacklige personelle Lage der Mainburger zu verschärfen.

 

Am Ende stand eine weitere Niederlage, die offensiv Mut macht, defensiv aber erneut alarmierende Defizite offenbart. Die Mainburger „Erste“ zeigte Moral und erzielte 35 Auswärtstore – ein Wert, der normalerweise für Punkte reichen müsste. Doch die mangelnde Stabilität über 60 Minuten hinweg und die vielen Unterzahlsituationen führten dazu, dass man den starken Angriff der Pfaffenhofener um Spielmacher Alber nie kontrollieren konnte. Im Kampf gegen den Abstieg bleibt die Situation damit unverändert schwierig, auch wenn die Entwicklung im Angriff positive Ansätze zeigt. Trainer Sedivec und seine Mannschaft werden in der kommenden Woche vor allem an der Defensive arbeiten müssen um bereits im nächsten Spiel am kommenden Donnerstag in Freising die ersten Punkte einfahren zu können.